Inhalt

Erster Akt

Die junge Julia, reiche Erbin auf dem Landschlösschen de Weert, kann die Vormundschaft von Onkel Josef („Josse“) und Tante Wilhelmine („Wimpel“), kaum noch ertragen. Darin ist Sie sich mit ihrer Freundin Hannchen einig!

Sehnsüchtig hat sie auf ihre Volljährigkeit gewartet. Nun ist Sie die Alleinerbin des Vermögens der Familie de Weert. Der eigentliche Erbe, ihr Vetter Roderich de Weert, ist seit Jahren in Batavia in Ostasien verschollen. Onkel Josef und Tante Wilhelmine haben große Heiratspläne für ihre Nichte Julia. Josef Kuhbrots Neffe August soll Julias Herz gewinnen und damit auch Ihr Erbe. Julias zweiter Vormund, der Landrat von Wildenhagen will Sie mit seinem Sohn Egon von Wildenhagen verheiraten. Doch Julia träumt nur von Roderich. Als Jugendliche hatten sich Julia und Roderich ewige Treue geschworen.

Am Abend Ihrer Volljährigkeit steht ein Fremder vor dem Schloss und behauptet, sich verlaufen zu haben. Als Sie Ihn fragt, wer er sei, stellt er sich als „ armer Wandergesell“ vor. Julia fühlt sich zu einem Streich aufgelegt. Sie lädt den lustigen Fremden zur Tafel ein und bietet ihm zum Übernachten ein Schlafzimmer. Während Sie Ihn bewirtet, erzählt Sie Ihm von ihrer ewigen Liebe zu ihrem Vetter in Batavia.

Zweiter Akt

Am nächsten Morgen stellt der Fremde sich Onkel „Josse“ und Tante „Wimpel“ als Ihr Neffe vor, ohne seinen Namen zu nennen. Die beiden halten ihn für den aus Batavia zurückgekehrten Roderich und sind wenig erfreut, denn damit entschwinden die Heiratschancen für Ihren Neffen August. Der Fremde lässt Sie in ihrem Irrtum, denn er hat sich in Julia verliebt und hofft, als vermuteter Roderich, ihr Herz zu gewinnen.

Julia ist sich unsicher, ob der Fremde wirklich Roderich ist. Die beiden sind sich zwar einig und Julias Glück scheint vollkommen, aber Egon von Wildenhagen, dessen Vater amtliche Nachforschungen angestellt hat, teilt überraschend mit, dass der verschollene „Vetter aus Dingsda“ noch vor sechs Wochen in Batavia war und daher noch gar nicht angekommen sein könne, da das nächste Schiff erst heute im Hafen einlaufe.

Der Fremde gesteht, dass er nicht Julias geliebter Roderich ist und es auch gar nicht sein will. Betrübt lässt Julia ihn ziehen, obwohl sie in ihn verliebt ist, denn sie will ihren Treueschwur gegenüber Roderich unter keinen Umständen brechen.

Dritter Akt

Am nächsten Tag kommt ein zweiter Fremder mit dem Automobil angefahren und Julias Freundin Hannchen verliebt sich auf den ersten Blick in den netten Kerl. Er erweist sich als der echte Roderich und Hannchen ist bestürzt. Sie schlägt Roderich vor, er solle sich ihrer Freundin Julia als August Kuhbrot vorstellen und hofft insgeheim, dass diese ihn ablehnt.

Onkel Josse erfährt im Dorf, dass sein Neffe August bereits vorgestern mit dem Zug eingetroffen ist. Auf dem Familiensitz ist er aber nicht angekommen. Der echte Roderich wird nun als falscher August wahrgenommen und Onkel und Tante fordern ihn auf, sich sogleich an Julia heranzumachen. Julia aber lehnt ihn als vermeintlichen August ab. Er gibt zu bedenken, dass eine Jugendliebe solcher Treue nicht wert sei, dass er seinen Treueschwur in der Jugend nicht so ernst genommen hätte und sich mit einer anderen verlobt habe. Nun ist Julia bestürzt. Seinetwegen hat sie den überaus sympathischen Fremden – voreilig, wie es scheint - weggeschickt.

Der echte August Kuhbrot kommt unerwartet zurück, um einen versehentlich aus dem Zimmerschrank entliehenen Anzug zurückzugeben. Julia korrigiert nun ihren Irrtum, August ist überglücklich, Hannchen bekommt den echten Roderich, Onkel und Tante schauen mit dem Ofenrohr ins Gebirge und für Egon von Wildenhagen bleibt nur noch ein Ausweg: Er wandert aus nach……äh………Dingsda.