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„My Fair Lady“ ist eines der meistgespielten Musicals im deutschsprachigen Europa und ein Synonym für das klassische Musical an sich. Als literarische Vorlage diente dem Autor Alan Jay Lerner die humorvoll bissige Komödie „Pygmalion“ des englischen Nobelpreisträgers George Bernard Shaw (1856-1950), der hier auf einen Stoff der griechischen Mythologie zurückgriff.

Der Bildhauer Pygmalion erschaffte sich bekanntlich seine Idealfrau mangels geeigneter natürlicher Exemplare aus Stein und bat die Götter, ihr das Leben einzuhauchen – was er übrigens sehr schnell bereut hat.

Aus dem Bildhauer wurde der zerstreute Professor Higgins, Spezialist für Dialekte, der dem schmutzigen und ungebildeten Blumenmädchen Eliza Sprache und Manieren der höheren Gesellschaft einpauken muss um eine Wette zu gewinnen.


1. Akt
Professor Higgins
, ein eingefleischter Junggeselle, lebt ganz für seine wissenschaftliche Arbeit: Das Studium der Sprachen und Dialekte. Auf dem Marktplatz vor der Covent Garden Opera begegnet er zufällig Oberst Pickering, einem gerade aus Indien zurückgekehrten Fachkollegen. Da trifft sie der Wortschwall des schimpfendem Blumenmädchens Eliza Doolittle. Higgins notiert alles lautgetreu in sein Notizbuch und erläutert Pickering seine Theorie, dass nicht die Herkunft, sondern die Sprache den Menschen ausmache. Er lädt Pickering als Gast in sein Haus und versichert ihm, dass er durch eine sorgfältige Sprachausbildung sogar aus einem ordinären Blumenmädchen wie Eliza eine Lady machen könne.

Am nächsten Tag erscheint Eliza, die das Gespräch mit angehört hat, überraschend bei Professor Higgins, um bei ihm Sprachunterricht zu nehmen. Sie möchte eine Lady werden und einen Blumenladen eröffnen. Higgins ist über ihr Anliegen verblüfft, doch dann reizt ihn das Experiment. Er weist seine Haushälterin, Mrs. Pearce, an, Eliza in sein Haus aufzunehmen.

Elizas Vater, der Müllkutscher Alfred P. Doolittle, vermutet hinter dem Aufenthalt seiner Tochter im Haus des Professors eine Liebesaffäre. Er versucht, die Situation finanziell auszunutzen, wird aber abgewiesen. Durch Vermittlung von Professor Higgins kommt Doolittle dennoch unerwartet zu Wohlstand.

Nach wochenlanger harter Arbeit, bei der Higgins keinerlei Rücksicht auf die seelischen Konflikte des jungen Mädchens nimmt, wird Eliza beim Pferderennen von Ascot der Gesellschaft präsentiert. Sie fällt dabei aus der Rolle, doch der junge Aristokrat Freddy Eynsford-Hill ist von ihrer Originalität und Natürlichkeit begeistert und verliebt sich augenblicklich in sie.

2. Akt
Higgins und Eliza setzen den Sprachunterricht fort. Eines Tages ist es dann soweit: Auf dem Diplomatenball ist Eliza die von allen anerkannte und bewunderte „Lady“. Higgins und Pickering gratulieren sich gegenseitig zu ihrem Erfolg. Das Objekt ihrer Sprachdressur verlieren sie dabei völlig aus den Augen. Eliza ist tief verletzt, als sie erkennt, dass sie nur ein Experiment war und verlässt zornig das Haus ihres Lehrers. Sie trifft dabei auf den schmachtenden Freddy. Seine sehnsüchtigen Blicke erwidert sie mit einer Wut, die eigentlich Higgins gelten sollte. Auch Alfred Doolittle, ihr Vater, ist in der Gegend. Durch die Jahresrente eines reichen amerikanischen Gönners vermögend geworden, feiert er mit Freunden die letzte Nacht vor seiner zweiten Hochzeit.

Am nächsten Tag fragen sich Higgins und Oberst Pickering, was wohl der Grund für Elizas Verschwinden sein könnte. Eliza spricht sich mit Higgins’ Mutter aus, einer klugen und verständnisvollen Frau. Higgins, der ebenfalls Rat bei seiner Mutter sucht, findet dort Eliza. An der Art, wie sie sich augenblicklich wieder in die Wolle geraten, ist deutlich zu erkennen, dass nicht nur der Sprachunterricht die beiden verbunden hat. Wieder allein zu Hause, wird Higgins bewusst, dass ihm die junge Frau mehr bedeutet als er dachte. Gerade als er sich die Aufnahmen von Elizas Stimme anhört, tritt sie unerwartet in den Raum …